Deutsche Meisterschaft

  • 9. Mai 2016

Im Gegensatz zur Einstellung Winston Churchills „No Sports“, kürzlich in der WAZ zitiert, kamen in Solingen über 500 Sportler zur Deutschen Meisterschaft O35 – O75 zusammen, darunter noch mehrere Achtzigjährige, die dem gefiederten Ball nachjagten, nicht mehr so schnell wie früher, aber noch immer mit viel Enthusiasmus. Also, weit entfernt von „Sport ist Mord“ oder ähnlichen Sprüchen, zeigten die Sportler in den Altersklassen ab 35 + (und dann in 5-Jahresschritten) ihre erstaunliches Können gepaart mit Fitness (und den im Hintergrund agierenden Physiotherapeuten).

Nach seinen Erfolgen bei der Westdeutschen Meisterschaft vor wenigen Wochen in Verl mit drei Titeln gestaltete sich für Miles Eggers auch die Deutsche Meisterschaft in Solingen sehr erfolgreich. Traditionell startete die Meisterschaft am Freitag mit der Einzeldisziplin. Durch den Wechsel in die Altersklasse 60+ einer der Jüngsten in dieser Gruppe, war er Top gesetzt und bestätigte diese Vorgabe auch. Allerdings musste er bereits im ersten Spiel Vollgas geben, um den Nordmeister Walter Beißner in drei Sätzen auf Distanz zu halten. „Das Auftaktspiel ist für mich immer eines der schwierigsten, ich brauche etwas, um mich einzuspielen und meine Leistung abrufen zu können“, so Miles Eggers nach dem Spiel. In der Tat gingen die zwei nächsten Runden recht locker über die Bühne, Arno Schley aus Saarbrücken und Hardy Nieth aus Frankfurt konnten nicht mithalten. Als Nieth eine Schmetterballabwehr ins eigene Auge bugsierte, musste er den zweiten Satz sogar noch aufgeben.

Im Finale des Einzels gab es eine Neuauflage des Endspiels um die Westdeutsche Meisterschaft. Im Ergebnis änderet sich nichts, Michael Budczinski  aus Krefeld vrerlor den ersten Durchgang schnell, bevor Eggers deutlich nachließ und völlig unnötig in den dritten Satz musste. Dieser Begann mit einer Verwarnung an Michael Budczinski, der seine Pause eigenmächtig verlängerte und der Disqualifikation durch den Referee nur knapp entging. Nach deutlicher Führung (11:3 und 17:11) ließ Eggers noch einmal Unkonzentartion aufkommen, machte dann aber mit 21`17 „den Sack“ zu und war damit einmal mehr Deutscher Meister seiner Altersklasse.

Am Tag darauf gin es im Herrendoppel weiter. Im Vorjahr konnte Eggers mit Partner Johann Molodet (Bayern) in 55+ den dritten Platz erringen, diesmal gelang dieser Erfolg ebenfalls. Allerdings war dazu eine enorme Energieleistung vonnöten, da die Leverkusener Fiebrandt/Fischer sie im ersten Satz des Viertelfinales gar nicht zur Entfaltung kommen ließen. Erst Mitte des zweiten Satzes änderte sich das Bild langsam. Eggers/Molodet wehrten besser ab, spielten flexibler und zwangen den Gegner längere Ballwechsel auf. Das reichte dann mit 21:19 zum dritten Satz. Hier lagen die Paarungen bis fast zum Ende immer nur zwei, drei Punkte auseinander. Diese kleine Vorsprung reichte schließlich, mit 21:17 zogen die beiden ins Halbfinale ein. Benz/Pasler war dann aber eine Nummer zu groß. Gegen das eingespielte Doppel aus Sachsen standen die beiden auf verlorenem Posten. „Hier hat sich ganz deutlich gezeigt, dass wir ohne gemeinsames Training im Vorfeld der Meisterschaft einem harmonisierenden Doppel nicht viel entgegenzusetzen hatten“, waren sich beide einig, freuten sich dennoch über die Bronzemedaille.

Das Gemischte Doppel als Abschluss der Veranstaltung bestritt Eggers mit einer neuen Partnerin, Christa Zimmermann von der SG Schorndorf. Nach zwei Siegen über Rieche/Schürmann aus Hamburg und Becker/Schneider aus dem Rheinland wurde im Halbfinale letztendlich deutlich, dass man nicht genügend eingespielt war und stärkere Gegner die Lücken aufdecken und gnadenlos ausnutzten. Eggers/Zimmermann holten den ersten Satz noch knapp mit 21:19, Rößler/Schulta-Jansen (Leverkusen/Bocholt) zogen dann aber in beiden Folgesätzen sicher davon (21:11/21:12). Aber auch hier konnte das Mixed zufrieden die Brozemedaille mit nach Hause nehmen.